Qualstall in Bad Grönenbach: Kühe sind krank, ausgemergelt und verdreckt und werden misshandelt – weiß ist nur die Milch!

Der skandalöse Umgang mit Kühen und Kälbern auf dem Hof Endres bei Bad Grönenbach zeigt, was in Ställen passieren kann, die nicht einsehbar und nicht zugänglich für Passanten sind! Je größer die Tierzahl auf einem Betrieb, desto weniger zählt das einzelne Individuum – keiner hat Zeit, sich um jedes einzelne Tier zu kümmern, die Arbeitskräfte sind extrem knapp kalkuliert. Es wird gehetzt, und Abweichungen von der täglichen Routine sind nicht eingeplant. Es stellen sich schnell Gleichgültigkeit und Rücksichtslosigkeit ein, man gewöhnt sich an haarsträubendes Leid, einem selbst tut es ja nicht weh!

Wer sich zum Bau von einem Massenstall verleiten lässt und eine gewaltige Investition dafür in Kauf nimmt, ist nicht unschuldig an den unerfreulichen und grausamen Begleiterscheinungen der Haltung. Unkollegial ist es auch, denn es ist klar, dass viele kleinere Betriebe mit so einem Bestand von 1800 Kühen nicht konkurrieren können und schließlich eingehen. Getrieben von landwirtschaftlichen Beratern, der Bank und Behörden siegt zu leicht die Gier, mit Gigantismus zu Wohlstand zu kommen. Das kann ein Irrtum sein, denn oft bricht das überdimensionale System irgendwann zusammen.

Doch wie kommt es, dass trotz Tierschutzrecht Tierqual in solchem Ausmaß möglich ist?

Die mangelhaften Kontrollen auf landwirtschaftlichen Betrieben sind politisch gewollt, denn das System der Agrarindustrie fußt auf Tierquälerei. Wie sonst will man billige Milchmassen aus den Betrieben quetschen, die sowieso meistens am Rande der Insolvenz dahin vegetieren? Solange der Staat im Auftrag der Agrar- und Lebensmittelindustrie weiterhin auf die Produktion für den Weltmarkt setzt und der Lebensmittelhandel mit den Preisen eines übersättigten Weltmarktes konkurriert, müssen neben den Bauern die Tiere die Zeche bezahlen. Da spielen gesellschaftliche Werte keine Rolle, nicht einmal das Tierschutz-Recht. Es wird geknausert wo nur möglich: an den Arbeitskräften, am Tierarzt, am Lebens-Platz. Spaltenboden verletzt zwar die Beine, spart aber das Entmisten. Die Bestände müssen immer größer werden, die auf abartig hohe Milchleistung gezüchteten Kühe sind krank. Die meisten Kälber sind lästiger Überschuss, nur schnell zum Tierhändler damit!

Unsere Regierung lässt sich in ihrer Vasallen-Treue zu den Agrarkonzernen nicht erschüttern: Im Koalitionsvertrag ist vorgesehen, Tierschützer, die in Ställen recherchieren, als Einbrecher zu kriminalisieren. Die behördlichen Kontrollen sollen so bleiben, wie sie sind: Kaum existent.

Der nächste 1000-Kühestall wartet, mit Rückenwind der Baden-Württembergischen Regierung, auf Fertigstellung: „Hahnennest“ bei Ostrach! Hier ist die Gülle wichtiger als die Milch: Es soll in gigantischen Biogas-Anlagen Energie gewonnen werden – EnBW und Erdgas Südwest freuen sich auf viel (Pseudo-!)Öko-Energie! Doch Tierleid und Umweltfrevel sind vorprogrammiert.

Friedrich Mülln ist einer der wichtigsten Tierschützer, denn er widmet sich schon mehr als 20 Jahre lang dem investigativen Tierschutz. Regelmäßig deckt er immer wieder unter Einsatz seiner Gesundheit, seines Privatlebens und seines eigenen seelischen Gleichgewichtes die übelsten Missstände auf. In den meisten Fällen landet er wegen Hausfriedensbruch selbst vor Gericht, während die Verfahren gegen die Tierquäler bisher meistens eingestellt wurden!

Die Recherchenarbeit ist aufwändig und teuer.

Ich gebe Euch die IBAN-Nummer vom Verein Soko Tierschutz in der Hoffnung, dass einige von Euch in der Lage sind, Friedrich Mülln und sein Team finanziell zu unterstützen!

IBAN-Nr. DE 17430609678215105500   bei der GLS Bank

Ab   200,– Euro wird Ende d.J. eine Spendenbescheinigung geschickt. Man muss auf dem Überweisungsformular den Namen und die Adresse vermerken!

Tot-gemulchte Artenvielfalt

So schön, lebendig und vielfältig können Wegränder sein! Foto: K. Ulich

Jetzt ist es wieder soweit: Wohin ich blicke, sehe ich Straßenränder und Böschungen, die mit faulendem Gras bedeckt sind.

Das Mähen und Liegenlassen des Mahdgutes zerstört die Artenvielfalt Foto: K. Ulich

Es ist paradox: Überall suchen Kommunen händeringend nach Flächen, um Wiesenblumen zur Rettung der Insektenvielfalt auszusäen. Zugleich werden weiterhin in großem Ausmaß Wildblumen-Flächen zerstört, indem die natürliche blühende Vielfalt an Weg- und Straßenrändern, Böschungen oder auf Brachflächen durch Mulch-Mahd erstickt wird. Das sieht nicht nur empörend schrecklich aus, sondern zerstört auf riesigen Flächen die Artenvielfalt von Wildpflanzen und Tieren, wie zum BeispielSchmetterlingen und Bienenarten.

Seit mehr als 20 Jahren wird diese folgenschwere Naturzerstörung Deutschlandweit praktiziert. Wenigstens in Bayern sollte diese Maßnahme nach dem erfolgreichen Volksbegehren Artenschutz der Vergangenheit angehören! Dennoch sehe ich flächendeckend die faulenden braungelben Grasmassen, wo immer im Rahmen von „Pflegemaßnahmen“ gemäht wird.

Diese Flächen wären bei richtiger Pflege, das bedeutet, unter vollständiger Entfernung des Gemähten, unentbehrliche Biotope für Wegrandbegleitende Wildblumen und Tiere, vor allem Insekten wie Schmetterlinge. Sie würden zudem die dringend nötige Vernetzung von Insel-Biotopen ermöglichen.

Bläulinge brauchen verschiedene Kleearten, zum Beispiel Hornklee Foto: K. Ulich

Es kostet Geld, das Mähgut zu entsorgen. Denn es müsste zusammengerecht und aufgeladen und in einer entsprechend ausgerichteten Biogasanlage untergebracht werden. Diese Investitionen wären aber zukunftsgerecht eingesetzt!

Auch die Schaffung von Blühflächen kostet ja Geld, und diese haben das Problem, die natürliche Pflanzengesellschaft des jeweiligen Standortes zu verfälschen. Pflügen und Abwarten würde den Samen der ursprünglichen Wiesenblumen-Gesellschaft eine Chance geben, sich zu entwickeln.

29. Juni: Mahnwachen gegen Tiertransporte

Am Samstag, dem 29. Juni werden in zahlreichen Städten Mahnwachen gegen Tiertransporte abgehalten, auch in Lindau werden wir vor dem Alten Rathaus präsent sein, um auf den Skandal der rechtswidrigen Exporte lebender Tiere aufmerksam zu machen.

Über das Thema hatte ich am 8. Mai ausführlich in meinem Blog berichtet, es war mein erster Eintrag! Ihr findet ihn ganz unten.

Für die Mahnwache haben wir einen Flyer geschrieben, den Ihr als E-Mail-Anhang von mir erhaltet, wenn Ihr wollt.

Hier ist der Text:

Lebendtiertransporte sind grausam!

Doch der Aktionsplan der Regierung heißt:

Noch mehr Überschüsse produzieren für den Weltmarkt…

Die Regierung setzt immer noch auf billige Qual-Produktion in Massentierhaltungen. Mit Steuer­geldern fördert sie Tierfabriken und kurbelt den Export für die Handelsware Tier auf dem Weltmarkt an.

Beispiel Rinder:

Eine Milchkuh muss jedes Jahr ein Kalb gebären. Daher gibt es einen großen Überschuss an Kälbern.

Das heizt die Rinder-Exporte an!

Zahllose Tiere aus Deutschland werden lebend oft tausende Kilometer transportiert:

1.- Viele kleine Kälbchen werden an Großmästereien in Spanien verkauft.

2.- Die übrigen werden hierzulande aufgezogen. Etwa 70 000 lebende Rinder werden jährlich aus Deutschland in Länder außerhalb der EU exportiert!

Die EU exportiert jährl. ca. 200 Millionen „Nutz“tiere!

Jahrzehntelang wurden mit massiven internationalen Protesten und Petitionen Langstrecken-Transporte lebender Tiere bekämpft.

Es gab Teilerfolge, die jedoch wirkungslos blieben:

2005 strich die EU die Export-Subventionen für Schlachtrinder! Subventionen für Zuchttiere blieben jedoch auf Druck Deutschlands bestehen.

Dieses Schlupfloch wird für Subventionsbetrug heute noch in gewaltigem Ausmaß genutzt:

Schlachttiere werden oft als Zuchttiere deklariert!

2015 verfügte der Europäische Gerichtshof, dass die EU-Tiertransport-Verordnung bis zum Zielort auch außerhalb der EU gilt! Dieses Urteil ist bindend! Doch wird es von der Regierung und den Behörden weitgehend ignoriert – das Tierschutzrecht wird untergraben!

Die Transportbedingungen in die Türkei, nach Asien und Nord-Afrika entsprechen keineswegs der EU-Tiertransport-Verordnung! Sie dauern bei Sommerhitze oder Eiseskälte oft mehrere Wochen. Die Kontrollen sind mangelhaft, die Begleitpapiere häufig falsch, die Tiere verharren tagelang ohne Wasser und Futter auf den Lastwagen, denn Versorgungsstationen fehlen. Am Ziel in Libyen, Ägypten, der Türkei, Usbekistan und den Ländern des Nahen Ostens werden die Tiere entsetzlich gequält und betäubungslos geschächtet.

Nur wenigen Amtsveterinären ist bewusst, dass sie sich der Beihilfe zu Tierquälerei schuldig machen können, wenn sie dorthin Ausfuhrgenehmigungen erteilen.

Noch ist das Ziel, die grausamen und verlustreichen Tiertransporte abzuschaffen, in weiter Ferne.

Denn: Die Geschäftsinteressen einflussreicher Agrar-Konzerne bestimmen die Politik!

Dokumente der unerträglichen Realität:„Geheimsache Tiertransporte – wenn Gesetze nicht schützen“ von Manfred Karremann (ZDF „37 Grad“, 22.1.2018) und „Tiertransporte – ein Jahr danach“ (18.12.18)“

Urteil zum Töten männlicher Küken der Legerassen

Am 13. Juni wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, der höchsten Instanz, ein wichtiges Urteil gefällt.

Siehe meinen Tagebuch-Beitrag vom 8.Mai!

Es ging darum, ob das Töten von jährlich 45 Millionen männlichen Küken der Legehuhn-Zuchtlinien aus wirtschaftlichen Gründen ein „vernünftiger Grund“ nach dem Tierschutzgesetz ist, oder nicht. Die Richter urteilten, dass zwar vor 2002, bevor der Tierschutz in die Verfassung aufgenommen wurde (Artikel 20a) wirtschaftliche Gründe zu Lasten des Tierschutzes höher bewertet wurden, dies nun aber nicht mehr der Fall sein dürfe. Aber weil eine Alternative zum Töten bereits in kurzer Zeit zur Verfügung stehen wird, wäre es unzumutbar, den sofortigen Stopp zu fordern, mit der Notwendigkeit, eine kurzfristige Übergangslösung zu etablieren, da das systematische Töten seit Jahrzehnten etabliert sei.

Es wurde also geurteilt, dass das Töten der Küken zwar dem Tierschutzgesetz widerspricht, dass es aber übergangsweise noch gestattet sei, da es in „näherer Zukunft“ eine Alternative gäbe.

Jetzt ist zu hoffen, dass die Regierung – insbesondere das Landwirtschaftsministerium – die Dringlichkeit des Urteils beherzigt und einen schnellen Ausstieg aus dem Kükentöten voran treibt und nicht auf Zeit arbeitet.

Zu erwarten ist, dass künftig Richter nicht mehr den Tierschutz wirtschaftlichen Interessen unterordnen dürfen, denn das Urteil hat allgemeine Gültigkeit und sollte auf die gesamte künftige Tierschutz-Rechtsprechung ausstrahlen. Das würde auch bedeuten, dass nicht mehr, wie bisher, fast sämtliche Strafanzeigen gegen Tierquälerei einfach eingestellt werden dürfen.
Wir werden sehen, ob der Spruch des höchsten Verwaltungsgerichtes respektiert wird!

Quellen:

Bundesverwaltungsgericht Leipzig, PM Nr. 47/19 vom 13.Juni 2019:
„Töten männlicher Küken tierschutzrechtlich nur noch übergangsweise zulässig“

https://www.bverwg.de/de/pm/2019/47

Kommentar der Albert-Schweitzer-Stiftung:

https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/urteil-kuekentoeten-negatives-positives?utm_source=nl19-25-26&utm_medium=email&utm_campaign=w-nl

Analyse und Kommentar (Eisenhart von Loeper) von Menschen für Tierrechte:


Unterschriftenaktion

LASS BRUMMEN“

nur noch bis zum Dienstag, 18. Juni!

BITTE BETEILIGT EUCH AN DER PETITION DES BUND!

https://www.bund-bawue.de/mitmachen/petition-lass-brummen-eine-zukunft-fuer-insekten/

Hummel tummelt sich in der Blüte einer Zaunwinde

Was in Bayern mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ funktioniert hat, sollte doch auch auf Bundesebene klappen!

Es eilt mit dieser Unterschriften-Aktion!

Bis zum Dienstag, 18. Juni können noch online oder auf Listen Unterschriften eingereicht werden, denn am Mittwoch, 19.06. ist die Übergabe an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Umweltschutzministerin Svenja Schulze. Mit folgenden Forderungen wollen wir sie dazu bewegen, die politischen Weichen für wirksamen Insektenschutz zu stellen:

• Auf zehn Prozent der Agrarflächen Lebensräume für Insekten einrichten!

• Bis Ende 2019 Pestizide in Schutzgebieten verbieten! • Umweltauswirkungen in Pestizid-Zulassungsverfahren besser berücksichtigen!

• Schrittweiser Glyphosat-Ausstieg bis 2021! Sofortiges Verbot der Anwendung von Glyphosat in Klein- und Hausgärten sowie auf öffentlich genutzten Flächen!

Noch vor der Sommerpause will nämlich die Bundesregierung einen Aktionsplan zum Insektenschutz vorlegen, und wir müssen dafür sorgen, dass er nicht von der Agrarindustrie diktiert wird!!

Viele verschiedene Wildbienen- und Wespenarten sind auf kleine Höhlen angewiesen. Sie legen je ein Ei hinein, tragen Pollen zur Ernährung des Nachwuchses hinein und verschließen es mit Lehm. Wenn sich der Nachwuchs in Ruhe entwickelt hat, öffnet er die Kinderstube und startet geflügelt ins freie Leben. Da die Natur nicht mehr viele natürliche Möglichkeiten bietet, helfen solche Insektenhotels wie das von Joachim Röhling, der mir das Foto zur Verfügung stellte
Drei Stuben sind bereits besetzt im Insektenhotel von Joachim Röhling, dem ich für das Foto danke!
Der Schwalbenschwanz brummt zwar nicht, braucht aber Wiesenstreifen mit wilden Möhren, weil sich seine Raupen daran ernähren. Vorzeitigen Abmähen bedeutet den Tod für die nächste Generation! Foto: K. Ulich

Ein sonniger Tag – ein Genuss für uns und die Eidechsen!

Ein Zauneidechsenmann sonnt sich – ein weiteres hat bereits ein Weibchen gefunden:
Zwischen den Steinsbrocken wachsen stachelige Brombeeren, auch genügend Verstecke gibt es an diesem Damm an der Mündung der Leiblach, dem Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich, der in den Bodensee fließt. Katzen gibt es hier nicht. Gute Bedingungen für die so selten gewordenen Eidechsen! Wir zählten insgesamt 10

Urteil gegen das Kükentöten lässt auf sich warten…

Eigentlich hatten wir dem 16. Mai entgegen gefiebert: Da sollte beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden werden, ob das Töten von männlichen Küken der Legerassen ein vernünftiger Grund nach dem Tierschutzgesetz sei, da die Brütereien höhere Kosten hätten, wenn sie die Hähnchen am Leben lassen würden. Sie bleiben mager und daher sind sie unverkäuflich. Die Kläger, zwei Brütereien aus Paderborn und Gütersloh, hatten in zwei Instanzen Recht bekommen mit dieser Einschätzung (zuletzt 2016 beim Oberverwaltungsgericht in Münster). Sie hatten gegen den Erlass des ehemaligen Landwirtschaftsminister Remmel geklagt, der 2013 das Kükenschreddern bzw. -vergasen mit CO2 verboten hatte. Das Urteil hätte weitreichende Bedeutung, denn es würde für alle 45 Millionen in Deutschland jährlich betroffenen Hähnchenküken gelten!

Aber es gab kein Urteil: Die Vorsitzende Richterin Renate Phillipp teilte die Verschiebung auf den 23. Mai mit. Es gab auch am 23. Mai kein Urteil, denn es wurde auf den 13. Juni verschoben. Der Grund ist die unterschiedliche Haltung der sieben Richter, die sich auf ein gemeinsames Urteil einigen müssen.

Der Kampf Wirtschaft versus Tierschutz ist hinter den Kulissen also noch in vollem Gange!

Parallel dazu wird mit staatlicher finanzieller Unterstützung an Alternativen gearbeitet. Unter anderem hat die Uni Leipzig ein Verfahren entwickelt, das die Geschlechtserkennung schon früh im Ei ermöglicht. Aber das ist den Brütereien bislang zu teuer! Offenbar ist das der Grund, wenn von fehlender „Marktreife“ die Rede ist.

Aber müssen überhaupt Hennen auf so extreme „Legeleistung“ gezüchtet werden, dass die Hähnchen mager bleiben? Die Hennen müssen bereits in zu jungem Alter beginnen, unter großen Schmerzen viel zu große Eier viel zu oft zu legen – fast 300 Stück im Jahr. Dafür sind sie körperlich bereits nach anderthalb Jahren erschöpft und erleiden Knochenbrüche, weil diese entkalkt sind. Das ist Tierquälerei, diese Legerassen sind nach dem Buchstaben des Gesetzes Qualzuchten!

(Der Buchstaben des Gesetzes:

„§ 11b 

(1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch biotechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Falle der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

  1. bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder

2. bei den Nachkommen a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten, b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder c) die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.

(2) Die zuständige Behörde kann das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren anordnen, soweit züchterische Erkenntnisse oder Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass deren Nachkommen Störungen oder Veränderungen im Sinne des Absatzes 1 zeigen werden.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für durch Züchtung oder biotechnische Maßnahmen veränderte Wirbeltiere, die für wissenschaftliche Zwecke notwendig sind.

(4) Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates

1. die erblich bedingten Veränderungen und Verhaltensstörungen nach Absatz 1 näher zu bestimmen,

2. das Züchten mit Wirbeltieren bestimmter Arten, Rassen und Linien zu verbieten oder zu beschränken, wenn dieses Züchten zu Verstößen gegen Absatz 1 führen kann.“)

Wer „Zweinutzungshühner“ hält, hat zwar weniger und kleinere Eier, die Hähnchen setzen dafür Fleisch an. Sie sind gesund und beweglich im Gegensatz zu den überzüchteten Mastrassen, die so schnell wachsen, dass weder das Skelett noch das Herz-Kreislaufsystem mithalten können. Die im Handel verkauften Masthühner (es sind Weibchen und Männchen, deshalb ist der Begriff „Masthähnchen“ irreführend!)

Auch die Zucht von Masthühnern ist nach §11b Qualzucht! Es sind kranke Tier, die nur unter großen Schmerzen ihr kurzes, fünfwöchiges Leben verbringen!

Das gilt übrigens auch für die Puten- und Entenmast!

Wer Respekt vor den Bedürfnissen der Tiere hat und rücksichtsvoll mit ihnen umgehen will, vermeidet Geflügelfleisch und Eier, wenn er nicht die Möglichkeit hat, bei privaten Haltern alter Rassen einzukaufen.

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